Die Ost-West-Wanderung nach dem Mauerfall

von Sonia Mirzai

 

Nach dem Mauerfall im November 1989 begannen die Abwanderungswellen aus dem Osten in den Westen. Zirka 1,8 Millionen Menschen haben ihren ursprünglichen Heimatort seither verlassen, um von besseren Jobaussichten und einem höheren Lebensstandard im Westen zu profitieren.

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Es gibt in Deutschland ungefähr 120.000 afghanische Migranten. Die meisten davon (ca. 22.000) leben in Hamburg. Viele kamen 1979 nach Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan als Flüchtlinge nach Deutschland. Die Anzahl der Asylanträge von Afghanen ist von 531 im Jahr 2006 auf 5.905 im Jahr 2010 gestiegen. Damit war Afghanistan im Jahr 2010 das Land mit den meisten Asylanträgen in Deutschland. 

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Insgesamt leben 398.000 (Süd-)Amerikaner in Deutschland. Die Zahl der aus Brasilien stammenden Bevölkerung (in Deutschland) nach Staatsangehörigkeit liegt Ende 2010 bei 32.537. Die meisten Brasilienaner flüchten nicht nur wegen der instabilen wirtschaftlichen Lage in ihrem Land. Weitere Gründe für die Auswanderung sind eine hohe Gewaltkriminalität und Menschenrechtsverletzungen. 

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Die Zahl der in Deutschland lebenden Migranten mit einem afrikanischen Hintergrund liegt bei 486.000. Die meisten von ihnen sind streng gläubig. Nach den Türkeistämmigen und den Migranten aus dem ehemaligen Jugoslawien sind sie die Bevölkerungsgruppe mit den meisten Muslimen in Deutschland. 

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Iranstämmige in Deutschland gibt es 100.000 – 120.000. Viele junge iranische Männer verlassen das Land, um dem Militärdienst zu entgehen. 2010 wurden 3.046 Iraner eingebürgert. Da Iran die Entlassung aus der Staatsangehörigkeit verweigert, besteht die bisherige Staatsangehörigkeit dieser 3.046 Personen fort. 

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Zirka 745.000 Personen mit italienischem Migrationshintergrund leben in Deutschland. Sie kamen verstärkt in den 60er Jahren als Gastarbeiter hier her. Ihre Familien zogen in den darauf folgenden Jahren nach. Jedoch gibt es hier eine Rückkehrbewegung, die die Zahl der Italienmigranten in Deutschland konstant hält. Von den 93.176 Unionsbürgern (EU-14-Länder), die 2010 aus Deutschland fortzogen, bildeten die italienischen Staatsangehörigen mit 22.099 Fortzügen die größte Gruppe. 

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1.049.000 Menschen mit einem russischen Migrationshintergrund leben heute in Deutschland. Eine Große Gruppe gehört zu den Russlanddeutschen oder zu Familienangehörigen von Juden. Diese legt einen großen Wert auf ihre deutsche Nationalität.

Der Familiennachzug aus Russland allerdings, hat in den Jahren 2001 von 5.203 Personen bis 2010 auf 2.689 abgenommen. 

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Aus der Region Süd- und Südostasien leben 644.000 Personen in Deutschland. Im Jahr 2010 gab es 225 Leitende Angestellte und Spezialisten die aus der (Süd-) Korea kamen. Insgsamt leben 23.704 Personen koreanischer Herkunft im Jahr 2010 in Deutschland. 

Südostasien (Vietnam): 2010 wurden 1738 Vietnam-Stämmige in Deutschland eingebürgert. Aber 198 Personen von ihnen haben die fortbestehende bisherige Staatsangehörigkeit. Die Zahl der hier lebenden Vietnamesen ist größer als die der Südkoreaner. Sie liegt 2010 bei 84.301 Personen. 

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In Deutschland leben 2,485 Millionen Menschen mit türkischem Migrationshintergrund. Die Türken stellen die größte Gruppe innerhalb der Bevölkerung mit Migrationshintergrund.  Die meisten dieser Migranten leben in deutschen Großstädten wie Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, Frankfurt und Stuttgart. Sie kamen in den 60er und 70er Jahren als Gastarbeiter in die BRD. 

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Für die demographische Entwicklung Deutschlands spielen sowohl die internationale Migration als auch die Binnenmigration, also die Migration innerhalb Deutschlands, eine wichtige Rolle. Allerdings ist es unüblich den Begriff Migration für diese Art der Auswanderer zu benutzen. Laut Steffen Kröhnert, dem Migrationsbeauftragten am Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung werden die „Binnenmigranten“ eher als „Ost-West-Wanderer“ bezeichnet.

Der Mauerfall im Jahr 1989/90 löste eine Art Fluchtbewegung in den Westen aus. In diesen Jahren wanderten jeweils 400.000 Menschen aus Ostdeutschland nach Westdeutschland ab. Das gängigste Motiv für die Abwanderung in den Westen waren zunächst die hohe Arbeitslosigkeit und das Lohngefälle. Die Jobaussichten im Westen waren viel besser und die Arbeitslöhne höher. Viele Ostdeutsche verließen sogar ihren Arbeitsplatz im Osten, da sie im Westen Verbesserungschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten sahen.

In den Jahren nach dem Mauerfall schwankte die Zahl der „Binnenmigranten“ erheblich. Während der Jahre 1996/97 verließen insgesamt nur ca. 28.000 Ostdeutsche ihre Heimat. Dieser Einbruch ist auf die kurze Phase des kleinen Wirtschaftsbooms im Osten zurückzuführen. Die dortige Wirtschaft entwickelte sich zu diesem Zeitpunkt sehr gut und so fand ein Personaltransfer von West nach Ost statt, um dort beim Wiederaufbau zu helfen. Der Wirtschaftsboom hielt jedoch nicht lange an, weswegen die Abwanderung aus dem Osten wieder zunahm.

Der Sozialwissenschaftler am Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung Steffen Kröhnert arbeitet seit 10 Jahren im Bereich der regionalen Bevölkerungsentwicklung in Deutschland und Europa.

Was der Begriff Migration beinhaltet, wer als Migrant bezeichnet wird und was optimale Integration für ihn bedeutet, wird in dem kurzen Beitrag erläutert. 

In den letzten Jahren hat sich die Abwanderungszahl auf ungefähr 50.000 Menschen pro Jahr eingependelt. Die Gesamtzahl der Abgewanderten seit dem Mauerfall liegt bei zirka 1,8 Millionen.

Die Wanderungsströme gehen heutzutage meist in das nächstgelegene westliche Bundesland. So ziehen Personen aus Sachsen eher nach Bayern, aus Mecklenburg-Vorpommern nach Schleswig-Holstein und aus Sachsen-Anhalt nach Niedersachsen.

Bei den Gründen für eine Abwanderung gibt es, laut Steffen Kröhnert,  genderspezifische Unterschiede. Während für Männer der Arbeitsplatz der wichtigste Grund für eine Abwanderung in den Westen ist, so nannten Frauen vielmehr den familiären Aspekt, also den Zuzug zur Familie oder zum Partner, an erster Stelle. Allgemein ist der höhere Lebensstandard im Westen für viele ein wichtiger Aspekt um in eine andere Region zu ziehen.

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